Im Bogensport unterscheidet man verschiedene Bogenarten:


Langbogen

Langbogen

Der Langbogen ist stellt die einfachste Bogenvariante dar.

Der Langbogen hat keinerlei Visiereinrichtungen und darf in den Turnieren nur mit Holzpfeilen geschossen werden. Die Langbogenschützen sind eher Traditionalisten, oft wird auch beim Zubehör auf die Verwendung von Naturprodukten geachtetet, wie sie schon zu Robin Hoods Zeiten verwendung fanden.

Der Langbogen ist relativ preiswert und kann schon im Bereich für 50 bis 150 Euro erworben werden. Der Langbogen ist schnell und einfach aufzubauen und schussfertig in wenigen Sekunden.

Der Langbogen ist für Anfänger nicht unbedingt geeignet, da die Zugkraft, die der Bogenschütze für die Sehne aufwenden muss, nicht fein eingestellt werden kann und mit größerem Auszug stark zunimmt. Der Einsteiger-Langbogen hat eine Zugkraft von 30 Pfund, der für einen Fortgeschrittenen schon 45 Pfund oder auch 60 Pfund.

Der Langbogen ist kein Präzisionsbogen, daher wird er normalerweise nur bis ca. 30m geschossen. Nur sehr gute Bogenschützen treffen noch auf 50m die Scheibe.

Blankbogen

Der Blankbogen ist ein Recurvebogen, d.h. die Wurfarme sind vom Schützen weggebogen für einen höheren Wirkungsgrad als bei Langbögen. Der Blankbogen hat eine Pfeilauflage, einen Button und einen Nockpunkt. Außerdem ist auch noch ein Stabilisator erlaubt, der Bogen muss jedoch durch einen 12 cm dicken Ring passen, sonst ist der Blankbogen nicht für Turniere zugelassen. Der Blankbogen darf über keinerlei Visiereinrichtung und auch keinen langen Stabilisator verfügen.

Recurvebogen (Olympischer Bogen)

Der olympische Bogen ist immer ein Recurvebogen, erkennbar daran, dass die Enden der Wurfarme nach vorne gebogen sind. Daran unterscheidet sich der Recurvebogen vom Langbogen und entwickelt daraus auch seine etwa 1/3 bessere Effizienz. Die neueren und modernen Materialien machen den Recurvebogen als „Olympischen Bogen“ zum idealen Einsteigerbogen.

Mit dem Recurvebogen werden Pfeilgeschwindigkeiten zwischen 150 km/h und 240 km/h erreicht.

Der Recurvebogen darf mehr technischer Ausrüstung als ein Blankbogen erhalten, hierzu gehören eine Visiereinrichtung, ein Kisser, ein Klicker und eine Stabilisation.

Bei dem meisten Recurvebogen sind die Wurfarme austauschbar und so kann die Kraft des Bogens auf den Bogenschützen eingestellt werden. Während ein Turnierbogen schon oft 40 Pfund (lbs) auf der Sehne hat, sollten Anfänger bei ca. 20 - 24 Pfund (für Frauen) und 24 - 28 Pfund (für Männer) starten.

Der Recurvebogen liegt in der Preisklasse von ca. 100 Euro bis 1.500 Euro (für einen guten Turnierbogen). Als Einsteiger sollte man sich einen Verein suchen und einen Bogen leihen.

Der Recurvebogen lässt Präzisionsschüsse auf lange Distanzen zu. Frauen können bis 70 m und Männer bis 90 m mit ein wenig Übung ihr Ziel treffen.

Compoundbogen

Der Compoundbogen ist ein absolutes Präzisionsgerät, das sehr schnell ein gutes Trefferbild zuläßt.

Der Compoundbogen zeichnet sich durch seine Umlenkrollen aus. Die dazu führen, dass der Bogenschütze das Gewicht der Sehne nicht mehr im vollen Auszug halten muss. Während ein Recurveschütze bei einem 40 Pfund Wurfarm auch 40 Pfund auf dem Finger hat (bei idealisiertem 28 Zoll Auszug), hat ein Compoundschütze bei vollen 60 Pfund Zuggewicht nur ca. 15 Pfund auf dem Finger (ist beim Compound einstellbar und Abhängig von der Auszugslänge und der Größe und der Form der Cams). Dies gibt dem Compoundschützen einen enormen Vorteil, da er mit weniger Kraftaufwand zielen kann.

Der Compoundbogen schießt mit Abstand die höchsten Pfeilgeschwindigkeiten. Geschwindigkeiten von über 300 km/h für einen guten Compound sind problemlos möglich. Aufgrund der hohen Pfeilgeschwindigkeit erzielt der Compoundbogen einen sehr geraden Pfeilflug. Auch hier sind enorme Vorteile für den Compoundschützen vorhanden, denn die Pfeile sind schneller im Ziel und deswegen nicht so anfällig für Wind und Regen, außerdem kann der Compoundbogen aus gleichem Grund auch schwerere Pfeile schießen, dass ebenfalls Vorteile bei Wind bringt.

Ein Compoundbogen kostet auch als Anfänger schon ca. 700 Euro und mehr. Und im Gegensatz zum Recurvebogen den man sich Stückchenweise kaufen kann, muss hier die Investition auf ein Mal getätigt werden.

Der Compoundbogen wird auf den Bogenschützen abgestimmt und die Auszugslänge ist fest. Dies führt dazu, dass die Höhenabweichungen minimiert werden. Außerdem sind Vergrößerungsgläser im Visier (Scope) und eine Wasserwage Standard. Dies führt zur Verringerung der seitlichen Abweichungen der Pfeile.

Aufgrund dieser technischen Vorteile werden schnell gute Schießergebnisse erzielt. Es ist üblich das Compoundbogenschützen immer in das Gold (also die Scheibenmitte) treffen.